Gothia-Cup 2011

200 Fußballspieler/innen aus dem Kreis Segeberg beim Gothia Cup 2011 in Schweden

Was war los, als  am 16.Juli einige Jugendmannschaften des SV Henstedt-Ulzburg in Kaltenkirchen auf weitere Spieler und Spielerinnen aus dem Kreis Segeberg treffen. Der Gothia-Cup in Schweden ruft und mehr als 30.000 Jugendfußballer kommen in Göteborg zusammen, seit 1975 aus insgesamt 125 Ländern, um getrennt nach Girls und Boys in sieben Altersklassen die Besten ihrer Zunft zu ermitteln. Die vom DFB Stützpunktleiter Andreas Kolland (Kollo) in Verbindung mit dem Kreis Fußball Verband Segeberg organisierte Reise sorgt dafür, dass sich die Mädchen und Jungen Mannschaften im einheitlichen T-Shirt freudig erregt von ihren Eltern verabschieden und gemeinsam mit ein paar ebenso gekleideten Damen und Herren mittleren Alters, selbige wehmütig ihrer bequemen Betten und geregelten Ruhezeiten gedenkend, Busse in Richtung Göteborg besteigen. Am Ziel in der Schule Mölndal angekommen, bezog jede Mannschaft samt Betreuerteam ein Klassenzimmer, welches für die folgende Woche Schlafzimmer, Trockenraum und Kleiderschrank war. In der Schule herrscht durch die dort u.a. ebenfalls untergebrachten Schweden, Engländer, Italiener usw. ein internationales Flair. Der Umgangston unter den Jugendlichen ist stets freundlich. „Ey Mann, Alter, was geht?“ Aber was heißt das auf schwedisch? Also wurde besser in englisch oder mit dem Fußball  kommuniziert. „Nimm mich jetzt auch wenn ich stinke ...“ Dieses Lied von den „Doofen“  wird den tatsächlichen Verhältnissen im Klassenraum der Jüngeren mit jedem Tag gerechter, da die auf den eigenen Armen von neuen Freunden und Freundinnen  verewigten Handy Nummern und Mail- Adressen beim Waschen und Duschen geschont werden müssen und bewiesen werden muss, dass Heranwachsende mindestens fünf Fußballspiele an vier Tagen  in einem Trikotsatz durchführen können und sich während dieser Versuchsreihe in einem Raum mit allen erforderlichen Utensilien aufhalten. Da auch zwei ältere Versuchspersonen den Test ohne erkennbare Schäden überstanden, gilt auch für das nächste Jahr die Empfehlung, das Wechseln der Kleidung vom Morgen auf das kommende Wochenende zu verlegen. „Mief Mief Mief Mieeeef“ sagt doch über den Charakter gar nichts aus. Die Vollverpflegung in der Schule umfasste drei Mahlzeiten, gute internationale Hausmannskost, ausreichende Speisen die wie von zu Hause gewohnt, individuell nach Essensgewohnheiten und Geldbeutel noch durch Pizza, Döner und McDonald`s ergänzt wurde. Der Tagesablauf wurde  bestimmt durch die Termine der Spiele. Viel Zeit bleibt nicht, um nach dem ersten Spiel am Montag zur Eröffnungsfeier ins Ullevi Stadion zu kommen. Ein buntes Programm über 3 Stunden hält über 50.000 Zuschauer in Atem. Jede teilnehmende Nation läuft ähnlich den olympischen Spielen ein und wird vom Publikum lautstark gefeiert. Es ist alles perfekt inszeniert, von Beginn an bis zum abschließenden gigantischen Feuerwerk. In der spielfreien Zeit, wurde der Freizeitpark Liseberg, ebenfalls mitten in Göteborg erobert. Bei Achterbahn- und Wildwasserfahrten konnten sich alle ebenfalls richtig austoben, im Gothia Heden Center, dem zentralen Mittelpunkt während des Gothia Cups in der Innenstadt erwartete alle eine Stadt, die eine Woche nur für den Fußball lebt. Mittlerweile ist die ganze Stadt involviert, wenn es heißt: das Gothia-Turnier beginnt. Der damals kleine Vorortklub von Göteborg BK Häcken hat , wie fast jeder andere Verein in Deutschland auch, mit einem kleinen Turnier angefangen. Das hat sich mittlerweile zu dem größten Turnier der Welt entwickelt und beschäftigt mittlerweile 10 Organisatoren hauptberuflich. Die Juniorinnen waren in diesem Jahr sportlich gesehen etwas erfolgreicher als die Junioren, was sicherlich auch durch die Motivation der vergangenen Frauen WM in Deutschland verständlich war. Dafür wurde bei einem 11m-Training unserer Boys, der Torwart von mindestens 10 weiblichen schwedischen Gleichaltrigen  für jeden gehaltenen Strafstoß unmittelbar auf dem Platz umarmt und sehr herzlich belohnt. Diese ungewohnte kreisförmige Herzlichkeit konnte er sich nur jeweils durch die Flucht nach unten zwischen die Füße der Mädchen und in der Art eines Rugby-Spielers entziehen. Am Samstag  ging es wieder auf den Heimweg, die Woche war rum, was doch alle mit Bedauern feststellten. Alle hatten zusammen mit den mehr als 100 zusätzlich mitgereisten Fans und Eltern  viel erlebt, von den internationalen Spielen, der tollen Atmosphäre, den vielen Nebenevents und Fußball rund um die Uhr war es schwer sich zu trennen. Zum Abschluss kann man nur sagen, alle waren Teil des wohl am besten organisierten Jugendfußball Turniers der Welt. Offene Fragen kamen bei der Planung des Veranstalters gar nicht erst auf und der Ablauf klappte reibungslos. Ein tolles Erlebnis für alle. Am 15.7. 2012 heißt es dann wieder: It`s Gothia-Cup!


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